Miteinander reden - Miteinander lernen

Tagung

Tagung: Wie frei ist unser Wille?

Theologische, philosophische, psychologische, biologische und ethische Perspektiven

Sind wir in unserem Denken, Entscheiden und Handeln frei? Diese Frage beschäftigt Menschen nicht erst seit der neueren Hirnforschung. Bereits die Römer kennen die Vorstellung eines willentlich handelnden Subjekts und haben daher den Begriff des Willens (voluntas) geprägt. Und auch die biblische Tradition von den Geboten Gottes, die der Mensch befolgen soll, legte einen solchen Gedanken nahe. Aus diesen Überlieferungssträngen schöpfend, verfasste der Kirchenvater Augustin seine Schrift De libero arbitrio (Über den freien Willen). Darin begriff er den Menschen als ein willentlich handelndes Wesen, das für sein Verhalten verantwortlich und zwar in einem letzten Sinn Gott verantwortlich ist. Zunehmend hat später Augustin entdeckt, dass die Psyche des Menschen durch Kräfte bestimmt wird, die sich seinem bewussten Willen entziehen.

Durch die weitere Theologie- und Philosophiegeschichte zieht sich dann die Auseinandersetzung darüber, in welchem Maß der menschliche Wille frei bzw. unfrei ist. So bestritt etwa Luther gegen Erasmus die Willensfreiheit in Fragen des Heils. Da die hier geführten Diskussionen keineswegs überholt sind, lohnt es sich, sich mit den jeweiligen Argumentationen zu beschäftigen. Die Tagung wird das Thema der Willensfreiheit jedoch nicht nur in theologischer und philosophischer Hinsicht bedenken, sondern auch biologische, psychologische und ethische Perspektiven mit einbeziehen, die den gegenwärtig geführten Debatten verpflichtet sind. Das Thema der Willensfreiheit soll also möglichst umfassend erörtert werden, um zu differenzierten Antworten zu gelangen.

Zielgruppe: alle interessierten Personen

Referenten und ihre Themen:

Freier und unfreier Wille.
Theologische Kontroversen und Perspektiven
(Prof. Dr. Werner Zager)

Handlungsfreiheit und Willensfreiheit.
Philosophische Kontroversen und Perspektiven
(Dr. Michael Großmann / Prof. Dr. Hans-Georg Wittig)

Psychoanalyse kritisch gelesen.
Sind wir Herr im eigenen Haus?
(Prof. Dr. Dr. Rolf-Peter Warsitz)

Willensfreiheit und Hirnforschung.
Eine kritische Sichtung
(Prof. Dr. Ulrich Beuttler)

Willensfreiheit und Neuroenhancement
– ethische Perspektiven
(Prof. Dr. Lukas Ohly)

Zeit: Freitag, 11. bis Sonntag, 13. Oktober 2019

Ort: Martin-Niemöller-Tagungshaus der Evangelischen Akademie Frankfurt in Arnoldshain/Taunus

Gebühren: 250,00 bzw. 220,00 Euro für Tagungsgebühr, VP im EZ bzw. DZ, 190,00 Euro ohne Unterkunft

Veranstalter: Bund für Freies Christentum in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Frankfurt und der Evangelischen Erwachsenenbildung Worms-Wonnegau

Nähere Informationen und Anmeldung:
Evang. Erwachsenenbildung Worms-Wonnegau, Römerstraße 76, 67547 Worms,
Tel. 06241-87970

Das ausführliche Programm der Tagung können Sie hier downloaden.

Anmeldungen bitte direkt an die Martin-Niemöller-Tagungshaus.